solarenergie.atAngebote
Photovoltaik

Umfragen in Österreich und Deutschland ergeben breite Zustimmung für Freiflächen-Photovoltaik

Die Umfragen von 2025 zeigen unterschiedliche Einstellungen zu Dach-, Agri- und Freiflächen-PV in Österreich und Deutschland.

Solarmodulreihen neben Feldern und einem ländlichen Weg

KI-generiertes Illustrationsbild

Zwei aktuelle Umfragen zeigen eine positive Einstellung von 83 beziehungsweise 67 Prozent gegenüber Freiflächenanlagen. Die Zustimmung Freiflächen Photovoltaik ist in beiden Ländern deutlich spürbar. Die Differenzen zwischen konventioneller und Agri-Photovoltaik sind in beiden Ländern eher gering. In Deutschland fordert eine überwältigende Mehrheit – auch der CDU-Wähler – mindestens gleichbleibende Anstrengungen für den Erneuerbaren-Ausbau.

Zwei unabhängig voneinander durchgeführte, aber zeitgleich veröffentlichte Meinungsumfragen in Österreich und Deutschland ergeben – unter anderem – eine breite Zustimmung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. In Österreich hat das Medienforschungsunternehmen Brand Support im Auftrag der Interessengemeinschaft Wind die Einstellung der Bevölkerung zu verschiedenen Arten der Energieerzeugung (PDF-Download) erfragt, in Deutschland ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa für die Fachagentur Wind und Solar die Akzeptanz der Nutzung und des Ausbaus der Solarenergie; hierbei ging es auch um allgemeine Erwartungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien an die neue Bundesregierung. Beide Umfragen gelten als repräsentativ. In Österreich erfolgte eine Online-Befragung mit 2500 Teilnehmern, in Deutschland wurden 1015 Menschen ebenfalls online befragt. Die Erhebungen fanden bereits im ersten Quartal des Jahres statt.

Kernresultat der Umfrage von Brand Support ist, dass mehr als 80 Prozent der Österreicher die Erneuerbaren und deren Ausbau befürworten. Praktisch keinen Dissens gibt es hierbei gegenüber Photovoltaik auf Dächern oder an Fassaden, dies sehen 92 Prozent entweder „sehr positiv“ (68 Prozent) oder „eher positiv“ (24 Prozent). Aber auch Freiflächen-Photovoltaik hat mit 83 Prozent (49/34 Prozent) eine solide Basis. Die Zustimmung für Agri-Photovoltaik ist mit 86 Prozent (52/34 Prozent) nur geringfügig größer.

Windkraft – naturgemäß im Fokus der IG Wind – genießt ebenfalls breite Zustimmung. Insgesamt 83 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus (50 % „voll und ganz“, 33 % „eher“). Gleichzeitig stimmen jedoch 56 Prozent der Aussage zu, dass Windkraftanlagen „nur weit entfernt von Orten gebaut werden dürfen, in denen Menschen leben“.

Photovoltaik auf Dächern, aber auch auf Freiflächen trifft in Österreich auf breite Zustimmung.

Abbildung der Originalquelle ansehen

Grafik: IG Windkraft/Brand Support

Bei der Forsa-Umfrage in Deutschland stand die Freiflächen-Photovoltaik im Zentrum. Die Ergebnisse stehen einerseits im Widerspruch zum Tenor der zahlreichen Meldungen über Akzeptanzprobleme dieser Art der Stromerzeugung. Andererseits belegen sie, dass die Zustimmung Freiflächen Photovoltaik durchaus vorhanden, aber nicht uneingeschränkt ist.

Insgesamt stehen 67 Prozent der Befragten dem Ausbau von Solaranlagen auf Freiflächen positiv gegenüber – davon 22 Prozent „sehr positiv“ und 45 Prozent „eher positiv“. Ein knappes Drittel zeigt sich hingegen „eher negativ“ (23 Prozent) bzw. „sehr negativ“ (8 Prozent) eingestellt.

Wie in Österreich ist indes die Zustimmung zu Photovoltaik auf oder an Gebäuden mit 95 Prozent (60 Prozent „sehr positiv“, 35 Prozent „eher positiv“) noch weitaus einheitlicher. Wenig Änderung zeigt sich hingegen, wenn dezidiert nach Agri-Photovoltaik gefragt wird.

Die Zustimmung beträgt 69 Prozent (29 % „voll und ganz“, 40 % „eher“). Die Ablehnung liegt mit insgesamt 12 Prozent (10 % „eher nicht“, 2 % „überhaupt nicht“) deutlich darunter. Ein möglicher Grund dafür ist der hohe Anteil von 19 Prozent ohne Meinung – viele Menschen scheinen mit dem Begriff noch wenig anfangen zu können.

Interessanterweise ändert sich die Einstellung zu Freiflächenanlagen kaum, wenn es um Anlagen im direkten Wohnumfeld geht. Hier sind 66 Prozent „voll und ganz“ oder „eher einverstanden“. Demgegenüber stehen 21 Prozent, die „eher nicht einverstanden“ sind, sowie 12 Prozent, die sie „überhaupt nicht“ befürworten.

In Deutschland besteht eine Zweidrittelmehrheit für Freiflächen-Photovoltaik – auch im direkten Wohnumfeld,

Abbildung der Originalquelle ansehen

Grafik: Fachagentur Wind und Solar / Forsa

Ein nicht zum ersten Mal beobachtetes Phänomen ist dabei eine höhere Zustimmung unter denjenigen, in deren Wohnumfeld bereits eine Freiflächenanlage steht. Hier ergab die Umfrage eine Zustimmung von 70 Prozent (30/40 Prozent). Dort, wo keine Anlagen im Wohnumfeld stehen, beträgt die Zustimmung hingegen nur 62 Prozent (19/43 Prozent). Ebenfalls interessant ist die Differenz zwischen erwarteter und tatsächlicher Zustimmung. Während 33 Prozent der Befragten mit Freiflächen-Photovoltaik im direkten Wohnumfeld tatsächlich nicht einverstanden sind, wurde dieser Anteil in einer Schätzfrage auf 54 Prozent taxiert.

In ihrer Einstellung zu Freiflächenanlagen urteilen die Menschen offenkundig durchaus abwägend. Das zeigt eine Befragung zu den Vor- und Nachteilen solcher Anlagen.

So stimmen 54 Prozent der Aussage zu, dass „Solaranlagen auf Freiflächen das Landschaftsbild stören“. Davon sagen 25 Prozent „voll und ganz“, 29 Prozent „eher“. Damit ist dieser Anteil deutlich größer als der der generellen Gegner solcher Anlagen.

Der Aussage, dass Kommunen finanziell angemessen von Freiflächenanlagen im Ort profitieren, stimmen hingegen nur 43 Prozent zu (10 Prozent „voll und ganz“, 33 Prozent „eher“). Das sind deutlich weniger als die, die Freiflächenanlagen grundsätzlich befürworten.

Außer unter AfD-Wählern gibt es nirgends eine Mehrheit für ein Abbremsen des Erneuerbaren-Ausbaus.

Abbildung der Originalquelle ansehen

Grafik: Fachagentur Wind und Solar / Forsa

In einer Art Exkurs fragte Forsa auch nach den energiepolitischen Erwartungen an die neue Bundesregierung. Der Aussage, dass sich diese „deutlich stärker als bisher“ für den Ausbau der Erneuerbaren einsetzen soll, stimmten 31 Prozent der Befragten zu. Auch 21 Prozent der CDU/CSU-Anhänger teilen diese Meinung. Bei SPD-Wählern liegt der Anteil bei 45 Prozent, bei den Grünen bei 71 Prozent und bei der Linken bei 59 Prozent. Nur 5 Prozent der AfD-Anhänger befürworten diesen Kurs.

Weitere 29 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Regierung den Ausbau der Erneuerbaren „eher stärker als bisher“ verfolgt. Bei CDU/CSU-Anhängern sind es 40 Prozent, bei der SPD 41 Prozent, bei den Grünen 26 Prozent, bei der Linken 24 Prozent und bei der AfD 8 Prozent.

Für „genauso wie bisher“ sprechen sich 23 Prozent aller Befragten aus. Bei CDU/CSU-Wählern liegt der Anteil bei 34 Prozent, bei SPD-Wählern bei 11 Prozent und bei Grünen-Wählern bei 3 Prozent, bei der Linken bei 13 Prozent und bei der AfD bei 24 Prozent.

Unterm Strich sind somit 83 Prozent der Deutschen dafür, die Erneuerbaren mindestens im bisherigen Tempo weiter auszubauen. Dies sehen 95 Prozent der CDU/CSU-Wähler so und 97 Prozent der SPD-Wähler, bei den Grünen sind es 100 und bei der Linken 96 Prozent. Allein die AfD fällt mit 37 Prozent aus dem Gesamtbild. Doch selbst dort ist die Mehrheit für das von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angekündigte Abbremsen beim Erneuerbaren-Ausbau nicht gerade überwältigend groß.

Die Forsa-Ergebnisse stammen aus März 2025. Grafiken und Kategorien wurden am 9. Oktober 2026 erneut geprüft. Primärquelle.

Kostenlose Angebote anfragen