Quellenstand: 9. Oktober 2026.
Die Stromgestehungskosten beschreiben eine Kostenkennzahl für erzeugten Strom. Für ein österreichisches PV-Projekt kann sie helfen, zwei Anlagenvarianten mit denselben Annahmen zu vergleichen. Sie ist aber weder Ihr Haushaltsstromtarif noch unmittelbar die Ersparnis auf der Rechnung. Eine verständliche Berechnung muss deshalb zeigen, welche Kosten und welche Kilowattstunden sie berücksichtigt.
Die Europäische Kommission beschreibt für PVGIS eine LCOE-Methode, die Investition, laufende Kosten und Finanzierung der erwarteten Stromproduktion über den Betrachtungszeitraum gegenüberstellt. PVGIS-Methodik, Abschnitt 6.
Die Rechengrenze festlegen
Schreiben Sie zuerst auf, ob die Rechnung nur die PV-Anlage oder auch einen Speicher erfasst. Legen Sie einen einheitlichen Betrachtungszeitraum und einen dokumentierten Rechenansatz fest. In einer abgezinsten Kostenrechnung wird die Summe der abgezinsten Kosten durch die Summe der entsprechend abgezinsten Erzeugung geteilt. Fragen Sie bei einem Ergebnis daher immer nach den Eingabewerten, nicht nur nach dem Centbetrag.
Prüfen Sie, ob der vollständige Anschaffungsaufwand, später erwartete Arbeiten und ein etwaiger Restwert nachvollziehbar behandelt werden. Lassen Sie erklären, wie Finanzierung und Abzinsung eingehen. Kaufpreis und die gesamte Tilgung desselben Kaufpreises einfach zusätzlich als zwei Investitionen anzusetzen wäre keine konsistente Abgrenzung. Ein Modell muss offenlegen, welche Perspektive es verwendet.
Ein Vergleich braucht dieselben Grundlagen
- Verwenden beide Varianten denselben Zeitraum und dieselbe Kostenabgrenzung?
- Ist der Ertrag auf die angebotene Dachbelegung bezogen?
- Welche Annahmen gelten für Verluste, Alterung und spätere Ersatzarbeiten?
- Wird eine mögliche Förderung getrennt als Variante ausgewiesen?
- Welche Eingabe verändert das Ergebnis besonders stark?
Lassen Sie eine zweite Rechnung mit vorsichtigeren Annahmen zeigen. Das ist kein neuer Marktpreis, sondern ein Test, wie abhängig das Ergebnis von den Eingaben ist. Der Kostenratgeber hilft, fehlende Angebotspositionen zu erkennen.
Für die Kaufentscheidung eine zweite Rechnung ergänzen
Die Haushaltswirkung benötigt außerdem eine getrennte Betrachtung von Eigenverbrauch, Einspeisung und verbleibendem Strombezug. Fragen Sie, welche Tarifannahmen dabei verwendet werden und welchen Anteil des erzeugten Stroms Ihr Haushalt tatsächlich nutzen soll. Beim Speichervergleich sollte klar sein, welche Energie an welcher Stelle gezählt wird. Dazu führt der Dimensionierungsleitfaden weiter.
Solarenergie.at vermittelt Anfragen. Verlangen Sie vom konkreten Anbieter eine nachvollziehbare Modellrechnung mit offenen Annahmen. Ein einzelner LCOE-Wert ohne diese Angaben belegt weder eine bestimmte Amortisationszeit noch eine garantierte Ersparnis.



