Einleitung
Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung. Doch eine zentrale Frage bleibt: Welche Dachausrichtung ist die beste – Ost-West oder Süd? In diesem Artikel vergleichen wir beide Optionen anhand von Tagesprofil, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Verschattung und verfügbarer Dachfläche.
Vergleich der Dachausrichtungen
Tagesprofil
Die Ausrichtung der Photovoltaikanlage beeinflusst maßgeblich das Tagesprofil der Stromerzeugung. Eine Süd-Ausrichtung liefert in der Regel eine hohe Ertragsspitze um die Mittagszeit, während eine Ost-West-Ausrichtung den Ertrag gleichmäßiger über den Tag verteilt. Dies kann besonders vorteilhaft sein, wenn der Stromverbrauch über den Tag verteilt stattfindet, wie es in vielen Haushalten der Fall ist.
Jahresertrag
Eine nach Süden ausgerichtete Anlage erzielt in der Regel den höchsten Jahresertrag, da sie optimal zur Sonne steht. In Österreich kann eine solche Anlage pro Kilowattpeak (kWP) etwa 1000 kWh Strom im Jahr erzeugen. Ost-West-Anlagen erreichen zwar einen geringeren Jahresertrag, können aber durch die gleichmäßigere Verteilung des Ertrags über den Tag hinweg den Eigenverbrauchsanteil erhöhen.
Eigenverbrauch
Der Eigenverbrauch ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Eine Ost-West-Ausrichtung kann hier Vorteile bieten, da der erzeugte Strom besser mit dem typischen Verbrauchsprofil eines Haushalts übereinstimmt. Ohne Speicher kann etwa ein Drittel des erzeugten Stroms direkt genutzt werden, wobei eine Ost-West-Ausrichtung diesen Anteil maximieren kann.
Verschattung
Verschattung durch Bäume, Gebäude oder andere Hindernisse kann den Ertrag einer Photovoltaikanlage erheblich reduzieren. Bei der Planung sollte daher die Verschattungssituation genau analysiert werden. In der Praxis werden bei Bestandsgebäuden häufig alle geeigneten Dachflächen genutzt, unabhängig von der Ausrichtung, um den Einfluss der Verschattung zu minimieren.
Verfügbare Dachfläche
Die verfügbare Dachfläche spielt eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung für die Ausrichtung. Auf Flachdächern bietet eine Ost-West-Ausrichtung mit einem Aufstellwinkel von rund 10 Grad oft den optimalen Ertrag. Auf geneigten Dächern hingegen ist eine Süd-Ausrichtung mit einer Neigung von etwa 30 Grad ideal.
Fazit
Die Wahl der richtigen Dachausrichtung für Ihre Photovoltaikanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das individuelle Verbrauchsprofil, die Verschattungssituation und die verfügbare Dachfläche. Während eine Süd-Ausrichtung den höchsten Jahresertrag bietet, kann eine Ost-West-Ausrichtung durch die gleichmäßigere Verteilung des Ertrags über den Tag hinweg den Eigenverbrauch optimieren und somit wirtschaftlich attraktiver sein.
Empfehlungen
- Nutzen Sie Solarpotenzial-Kataster, um die Eignung Ihrer Dachflächen zu bewerten.
- Berücksichtigen Sie bei der Planung die Verschattungssituation.
- Beraten Sie sich mit Fachleuten, um die optimale Ausrichtung für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Häufige Fragen
Welche Dachausrichtung ist für Photovoltaik am besten?
Eine Süd-Ausrichtung bietet den höchsten Jahresertrag, während eine Ost-West-Ausrichtung den Eigenverbrauch optimieren kann.
Wie beeinflusst die Ausrichtung den Eigenverbrauch?
Eine Ost-West-Ausrichtung verteilt den Ertrag gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöhen kann.
Was ist bei der Verschattung zu beachten?
Verschattung durch Bäume oder Gebäude kann den Ertrag reduzieren. Eine genaue Analyse der Verschattungssituation ist wichtig.
Wie viel Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage pro kWP?
In Österreich kann eine Anlage pro kWP etwa 1000 kWh Strom im Jahr erzeugen.
Welche Neigung ist für Photovoltaik optimal?
Eine Neigung von etwa 30 Grad ist für eine Süd-Ausrichtung ideal, während Ost-West-Anlagen auf Flachdächern einen Winkel von rund 10 Grad haben sollten.



